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>> Mehr erfahren>> Alle anzeigenEinzeltest: Kora High Fidelity TB140
Röhre mal anders
Es herrscht eigentlich kein Mangel an spannenden HiFi-Verstärkern, und dennoch ist der Kora TB140 aus Frankreich eine schöne und willkommene Bereicherung des üppigen Angebots.









Äußeres
Das „mineralgraue“ Gehäuse mit der leicht rauen Haptik hat eine horizontal zweigeteilte Front, deren obere Hälfte sich mit glattem Kunststoff absetzt. Leicht rechts der Mitte sitzt dahinter das kleine Display. Ich kenne kein Gerät, das auf gelbe Schrift setzt aber ich muss sagen, mir gefällt das sehr gut. Die Schrift ist klein, angezeigt werden der gewählte Eingang und der Pegel. Wer sich im Menü umschaut, wird noch die Option entdecken, die Balance und den „Gain-Offset“ anzuzeigen. Letzteres dient dazu, Pegelunterschiede bei Quellgeräten auszugleichen, eine feine Sache. Rechts auf der Front findet sich das einzige Bedienelement am Verstärker. Dabei handelt es sich um einen „Dreh-Druck-Knopf“, der neben der Einstellung der Lautstärke und dem Ein- und Ausschalten auch die Navigation durchs Menü steuert. Diese läuft übrigens herrlich einfach ab und sollte immer so sein. Ziemlich aufgeräumt sieht dieser Verstärker also aus, und ist damit eine möglicherweise willkommene Abwechslung zu anderen Röhrenverstärkern, die gerne mit den Glaskolben protzen. Die Rückseite ist auch aufgeräumt, allzu viel ist hier nicht los. Was auch daran liegt, dass etwa ein D/A-Wandler nicht eingebaut ist, ein Streamer auch nicht. Zumindest aber ein Phono-Eingang für MM-Tonabnehmer und sogar ein Pre-Out finden sich, falls man später mehr Leistung benötigt und eine fette Endstufe kauft oder ins Lager der Aktivhörer wechselt. Der Netzschalter ist ebenfalls auf der Rückseite. Und apropos Fernbedienung: Die ist zwar mit einem hochwertigen Gehäuse ausgerüstet, die Knöpfe und deren Beschriftung sind aber elend klein, und unübersichtlich ist sie auch. Schade.
Square-Tube
Innen wird es interessanter.
Hörtest
Nach etwa dreißig Sekunden ist der TB140 bereit, einen Ton von sich zu geben, zuvor wärmt er die Röhren an. Beim Anschluss des Plattenspielers fiel die Erdungsschraube negativ auf, die einfach sehr klein ausfällt. Aber beim ersten Stück, „Mrs. Potter’s Lullaby“ vom Counting-Crows-Album „This Desert Life“, war die Kritik vergessen. Song und Album haben einen etwas schwierigen Sound, direkt, teilweise unruhig. Der Kora machte daraus zwar keinen Hörgenuss, aber er schaffte es auf bemerkenswerte Weise, dem Song Durchhörbarkeit anzuerziehen. Die Details, etwa die beiden seitlich platzieren Gitarren, setzte er sehr direkt in Szene, während die Rhythmusgruppe volle acht Minuten durchzog. Aber nicht nur das: Über den TB140 marschierte und groovte sie förmlich. Im Opener des Albums, „Hangaround“, fiel insbesondere der E-Bass auf, den ich selten so schön raushören konnte. Das war richtig cool und funktionierte auch bei Alice Coopers „Black Mamba“. Dieser Song bietet eine sehr in den Vordergrund gemischte Stimme, das war schon extrem direkt. Am Verstärker lag es aber nicht, wie andere Alben zeigten. „Fight Fire With Fire“ (Metallica) klang sagenhaft gut: Farbig im Intro, sauber und druckvoll im Rest des Stückes. Das ging sogar sehr laut ganz wunderbar. Der Kora schien die Gitarren einfach perfekt zu kontrollieren. „Axel F.“ (Beverly Hills Cop O.S.T.) war wie erwartet ein Gedicht, denn die Tugenden des Kora kommen hier voll zur Geltung: Druck, Kontrolle, aber auch Luftigkeit und seine schöne Plastizität. Er kann sehr fein auflösen, was den Mittenbereich angenehm informativ macht, ist aber in jedem Moment Herr der Lage und liefert bei Bedarf Punch und Druck zum Abwinken. Was fehlt, ist vielleicht das letzte Quäntchen Dynamik, aber ich brauche das nicht. Im direkten Vergleich mit dem Symphonic Line RG14 Edition MK5 S (7000 Euro, HiFi Test 1/26) wirkt der Kora ein klein wenig frischer und flotter, luftiger, der SL macht dafür schönere Stimmen und spielt etwas erdiger. Der Phono-MM-Eingang ist übrigens super. Wir ließen das My-Sleeping-Karma-Album „Tri“ laufen und tauchten ein in die spacige Weitläufigkeit, die keine Minute langweilig wurde. Bei dieser Phonostufe würde ich auch gar nicht groß über einen externen Ersatz nachdenken, so gut gefällt sie mir.
Fazit
Ein sehr schöner, nicht ganz billiger Vollverstärker mit vier Röhren in der Vorstufe und Phono-MM-Eingang. Spielt griffig und plastisch, detailreich und luftig und macht richtig Freude.Kategorie: Verstärker Röhrenverstärker
Produkt: Kora High Fidelity TB140
Preis: um 5650 Euro

Referenzklasse
Kora High Fidelity TB140
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>> Mehr erfahren>> Alle anzeigen| Klang | 70% | |
| Labor | 15% | |
| Praxis | 15% |
| Vertrieb | SoReal Audio, Unterweilenbach |
| Telefon | 08445 2670030 |
| Internet | www.soreal-audio.de |
| Ausstattung | |
| Ausführungen | Mineralgrau |
| Abmessungen (B x H x T in mm): | 118 x 420 x 370 |
| Gewicht | 9,5 kg |
| Anschlüsse | 4 x Line-In, 1 x Phono MM, Pre-Out |
| Ausgangsleistung | 2 x 55 W an 8 Ohm 2 x 81 W an 4 Ohm |
| Röhrenbestückung | 2 x ECC83, 2 x ECC82 |
| Garantie | 5 Jahre |
| + | sehr griffiger, Klang |
| + | tolle Verarbeitung und Optik |
| +/- | unübersichtliche Fernbedienung |
| Klasse | Referenzklasse |
| Preis/Leistung | sehr gut |



