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Referenz-Kompaktlautsprecher mit TeXtreme und Beryllium
Auf dem Weg zur großen „Männerbox“ habe ich in einen Zwischenhalt gemacht – zu sehr haben mich die Eigenschaften des 16-Zentimeter-Textreme-Chassis gereizt. Das Ergebnis kann vollauf überzeugen.
Ganz ehrlich: Wir haben in den letzten Jahren viele hervorragende Kompaktboxen gebaut. Aber als die neuen Satori-Treiber von SB Acoustics bei uns im Messraum auf dem Tisch lagen, war schnell klar: Hier entsteht etwas Besonderes. Das Ziel war ein Monitor im klassischen Kompakt-Format, der sich vor sündhaft teuren Fertiglautsprechern nicht verstecken muss. Die Kombination aus extrem leichten Carbon-Fasern und einer echten Beryllium-Kalotte versprach ein absolutes Auflösungswunder. Der Clou an der Sache: Wir verwenden hier einen waschechten Mitteltöner. In einem kleinen Bassreflex-Gehäuse verwenden wir ihn als fabelhaften Tiefmitteltöner für kleine Räume und mittlere Pegel.












Technik
Mit dem MR16TX-8 präsentiert SB Acoustics einen hochinteressanten 6,5-Zoll-Treiber aus der edlen Satori-Serie. Der Mitteltöner hat eine hochentwickelte TeXtreme-Membran. Gepaart mit der leichten CCAW-Schwingspule auf einem nichtleitenden Glasfaserträger führt das zu einer extrem geringen bewegten Masse. Aufgrund des optimierten, verzerrungsarmen Neodym-Magnetsystems und der dämpfungsarmen invertierten Gummisicke liegt der Wirkungsgrad des Treibers beachtlich hoch. Auch verläuft der Frequenzgang laut Frequenzgangschrieb über weite Teile sehr linear und ausgewogen. Die Konstrukteure haben mit dem belüfteten Polkern, dem strömungsoptimierten Aluminium-Druckgusskorb und der fortschrittlichen BIMAX-Zentrierspinne offensichtlich ihre Hausaufgaben gemacht. Da der lineare Hub limitiert ist, ist er kein Pegelmonster im Bass, aber für unser Vorhaben ideal – knapp 6 Millimeter Hub sind jetzt auch nicht zu verachten. Als perfekter, weil qualitativ mindestens ebenbürtiger Spielpartner tritt der SB Acoustics SB29BNC-C000-4 auf den Plan. Diese edle Kalotte setzt auf eine Membran aus reinem Beryllium, das eine unerreichte Steifigkeit bei minimalem Gewicht bietet. Der Hochtöner glänzt durch eine niedrige Resonanzfrequenz und einen für diese Klasse unglaublichen Wirkungsgrad. Der extrem kompakte Neodym-Antrieb findet in einem kleinen Gehäuse Platz.
Gehäuse
Aufgrund der Parameter des MR16TX-8 lässt sich der Treiber mit überschaubarem Volumeneinsatz hervorragend in kompakten Bassreflex-Gehäusen einsetzen, um ihm auch ohne Subwoofer ein sattes Fundament zu entlocken. Für das Gehäuse haben wir in die Birken-Multiplex-Kiste gegriffen. Eine extra starke Frontplatte bildet die verwindungssteife Basis für den Tiefmitteltöner. Das restliche Gehäuse wird aus etwas dünnerem Material gefertigt. Eine interne Versteifung sorgt dafür, dass das ohnehin schon kompakte Innenvolumen akustisch absolut tot ist. Die Bassreflexabstimmung erfolgt über das bewährte Visaton BR19.24, das auf der Rückseite hinter dem Hochtöner Platz findet. Mit dem Zeichnen der Fasen an der Frontwand habe ich mich etwas schwer getan – das würde den Bauplan schnell überfrachten – deswegen hier kurz die Vorgehensweise, die sich selbst in der Werkstatt auch nur durch Herantasten verwirklicht habe: Zuerst werden Ober- und Unterkante der Frontplatte mit 45°-Schnitten angefast – etwa 15 Millimeter tief. Danach wird das Sägeblatt der Kreissäge auf einen Winkel von 30° gestellt, der Schiebeschlitten auf 5°. Danach fährt man – vorsichtig! – die auf der Seite liegende Box entlang des Sägeblatts, das für eine solche Arbeit wirklich scharf sein sollte. Die von oben und unten kommenden Fasen sollten sich etwa auf der Mitte des Tieftöners treffen. Eine rundum gleichmäßige breite 45°- Fase oder Verrundung ergeben kaum schlechtere akustische Ergebnisse, lassen sich aber leichter herstellen.
Frequenzweiche
Der MR16TX-8 wird mit einem klassischen Filter zweiter Ordnung sanft aus dem Rennen genommen. Dabei hat mir zunächst einmal der kräftige Baffle Step des Treibers in die Suppe gespuckt, denn dieser liegt bei 20 Zentimetern Schallwandbreite genau an einer Stelle, an der der Treiber von sich aus schon nach einer kleinen Senke wieder an Pegel gewinnt. Nun, da müssen wir durch – die kleine Stufe im Frequenzgang nehmen wir in Kauf, da hier auch schon das Bündelungsverhalten einsetzt.
Messungen
Klang
Schon bei den ersten Takten frei auf Ständern in unserem Hörraum stehend, macht der Satori-Monitor unmissverständlich klar, in welcher Liga er spielt. Der Bass ist durch das steife Multiplex-Gehäuse und die saubere Reflexabstimmung erstaunlich satt, trocken und konturiert. Wer abgrundtiefe Subbass-Gewitter bei Konzertlautstärken erwartet, muss bedenken: Dies ist ein feinsinniger Monitor für kleine bis mittlere Räume. Aber selbst im großen Raum reicht das Tieftonfundament völlig aus und sorgt für Zufriedenheit.
Aufbauanleitung
Der Aufbau des Gehäuses beginnt auf der liegenden Seitenwand. Auf dieser werden nacheinander der Deckel, der Boden, die Rückwand und die Ringversteifung mit Fugenleim aufgeleimt. Es empfiehlt sich, die Ringversteifung exakt zwischen Tiefmittel- und Hochtöner zu positionieren. Anschließend wird die zweite Seitenwand aufgesetzt und das Gehäuse mit Schraubzwingen verpresst, bis der Leim ausgehärtet ist. Die 24 mm starke Frontplatte wird separat bearbeitet: Hier werden die Ausfräsungen für den MR16TX-8 und den SB29BNC vorgenommen. Auch die Rückwand erhält nun ihre Fräsung für das Anschlussterminal und die Bohrung für das Visaton BR19.24 Reflexrohr. Danach wird die Frontplatte auf den Korpus geleimt. Nach dem Bündigfräsen überstehender Kanten und dem Feinschliff kann das Multiplex-Gehäuse nach Belieben geölt, gewachst oder lackiert werden. Die Weichenbauteile finden auf einem Holzbrettchen Platz, das auf dem Gehäuseboden oder an der Rückwand befestigt wird. Das Gehäuse wird mit Dämpfungsmaterial (z. B. Sonofil) gefüllt, wobei der Bereich direkt hinter dem Tiefmitteltöner und der innere Zugang zum Reflexrohr zwingend frei bleiben müssen. Zum Schluss werden die Treiber angelötet und in der Frontplatte verschraubt. Das Visaton-Rohr wird in die Rückwand gepresst (ggf. mit etwas Dichtband fixieren). Die eigentliche Sensation ist aber die bruchlose Symbiose aus TeXtreme und Beryllium: Die räumliche Ortung und die Detailauflösung im Hochton rauben einem förmlich den Atem. Die Präzision, mit der Atem- oder Anblasgeräusche oder das Ausschwingen von Becken in den Raum gestellt werden, ist phänomenal – und das komplett ohne jede Härte oder künstliche Schärfe.
Holzliste
Material: 24 mm Multiplex Birke
1 x Front 320 x 200 mm
Material: 18 mm Multiplex Birke
2 x Seiten 320 x 250 mm
2 x Deckel/Boden 250 x 164 mm
1 x Rückwand 284 x 164 mm
1 x Versteifung 232 x 164 mm (als Ringversteifung ausgesägt)
Weichenbestückung
Spulen:
L1: 2,70 mH Luftspule, 1,4 mm Drahtstärke
L2: 0,47 mH Luftspule, 0,7 mm Drahtstärke
L3: 0,33 mH Luftspule, 0,7 mm Drahtstärke
Kondensatoren:
C1: 10,0 µF MKP
C2: 2,20 µF MKP
C3: 4,70 µF MKP
Widerstände:
R1: 1,50 Ohm MOX 10W
R2: 8,20 Ohm MOX 10W
Zubehör pro Box
Schrauben
ReflexrohrVisaton 19.24
2 Matten Sonofil
Kabel
Polklemmen oder Einschlagbuchsen
Lieferant: Soundimports, Lautsprechershop
Fazit
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Kategorie: Lautsprecherbausätze
Produkt: Klang+Ton-Projekt „Delicata“
Preis: um 800 Euro + Gehäuse
Ein traumhaft verarbeitetes High-End-Duo, das zu absoluter Höchstform aufläuft und den perfekten Grundstein für ambitionierte Ausbau-Projekte legt.
Klang+Ton-Projekt „Delicata“
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Man nehme einen Breitbänder, ein Gehäuse und lasse im Grunde alles weitere weg. Heraus kommt wahrscheinlich ein Lautsprecher, der nicht besonders gut klingt. Es sei denn, man weiß, was man tut.
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>> Mehr erfahren>> Alle anzeigen| Technische Daten | |
| Chassishersteller : | SB Acoustics |
| Vertrieb: | Soundimports, Lautsprechershop |
| Internet | |
| Konstruktion: | Thomas Schmidt |
| Funktionsprinzip: | Bassreflex |
| Bestückung: | 1 x SB Acoustics MR16TX-8, 1 x SB Acoustics SB29BNC-C000-4 |
| Nennimpedanz (in Ohm): | 8 Ohm |
| Kennschalldruckpegel 2,83 V/1m: | 2,83 V / 1 m: 85dB |
| Kosten pro Stück: | ca. 800 Euro + Gehäuse |




